Thema Griechenland: DSTG-Vorsitzender in der PHOENIX-Runde

„Ohne funktionierende Finanzverwaltung funktioniert kein Staat“

DSTG-Vorsitzender in der PHOENIX-Runde
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Die Nachrichtenlage zu Griechenland und seinen Haushalts- und Finanzproblemen wird täglich dramatischer. Auch PHOENIX, ein Gemeinschaftssender von ARD und ZDF, nimmt sich derzeit dieses Themas in vielfältiger Weise an. So stand das Thema „Griechenland“ am 16. Juni auf der Agenda der bekannten „PHOENIX-Runde“, die dienstags bis donnerstags von 22.15 bis 23.00 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt wird. Mit von der Partie bei dieser Vierer-Gesprächsrunde war auch der DSTG-Bundesvorsitzende Thomas Eigenthaler, der auch Vizepräsident des Europäischen Finanzpersonals (UFE) ist.

In der lebhaften TV-Diskussionsrunde betonte Eigenthaler, dass ein Staatswesen ohne eine funktionierende Finanzverwaltung nicht lebensfähig sei. Am Beispiel Griechenlands werde dies augenfällig demonstriert. Der Vorsitzende der DSTG, der Fachgewerkschaft der Finanzverwaltung mit rund 70.000 Mitgliedern, betonte, dass es zum Aufbau einer modernen und leistungsfähigen Finanzverwaltung mindestens eines Zeitraums von 10 Jahren bedürfe. Es gehe nämlich nicht nur um die Verabschiedung von Gesetzen, was noch relativ schnell zu bewerkstelligen sei. Unverzichtbar sei vor allem der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, die Gewinnung und Ausbildung von qualifiziertem Personal, der Einsatz moderner EDV, eine auskömmliche Bezahlung, die nicht anfällig für Korruption mache und eine breite Wertschätzung des griechischen Staates gegenüber seinen Finanzbeamten.

In der Gesprächsrunde äußerte Eigenthaler auch sein großes Unverständnis darüber, dass die neue links-sozialistische Regierung sich nicht stärker der Bekämpfung von Steuerflucht und Steuerhinterziehung in Griechenland widme. Gerade in Griechenland sei in der Vergangenheit zu beobachten gewesen, dass man eher die kleinen Leute hart angegangen sei, während man Reiche und Mächtige mit Samthandschuhen angefasst habe. Der DSTG-Chef wies darauf hin, dass ohne eine solide Selbstfinanzierung des griechischen Staates wohl künftig wohl kaum mit Finanzhilfen anderer Staaten gerechnet werden könne. Ohne entsprechende Anstrengungen Griechenlands sei der deutschen Bevölkerung eine weitere internationale Hilfe nicht zu vermitteln. Leider habe man, so DSTG-Chef Eigenthaler, die letzten fünf Jahre nicht genutzt, um im Prozess des Aufbaues einer schlagkräftigen Finanzverwaltung weiter zu kommen. Nun komme es auch darauf an, in der griechischen Bevölkerung ein Bewusstsein für die Notwendigkeit des Steuerzahlens zu schaffen. Dabei komme der Frage der Steuergerechtigkeit ein hoher Stellenwert zu. Ohne Akzeptanz der Bürger und ohne eine Hebung der Steuermoral nützten alle anderen Anstrengungen nur wenig.

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