DSTG befürchtet deutliche Mehrarbeit:

„Sharing Economy“ ist neues Aufgabenfeld für deutsche Finanzämter

Neue Wörter geistern durch die Steuerwelt: Sharing Econonmy, Airbnb und Uber. Dahinter verbirgt sich eine neue wirtschaftliche Entwicklung, die mittels Internetportalen stattfindet. Über „Airbnb“ vermietet jemand tage- oder wochenweise seine Wohnung und „Uber“ ist so etwas wie ein privater Taxidienst. Man teilt sozusagen das, was man hat, mit anderen und kassiert dafür Geld. Und das Internetportal kriegt eine saftige Provision. Das nennt man Sharing Economy, ist also so etwas wie „Geld verdienen durch Teilen“. Ein Trend, der vor allem in den Großstädten wie beispielsweise Berlin und Hamburg kräftig zunimmt. Dieses Geldverdienen dürfte derzeit in den meisten Fällen am Finanzamt vorbei stattfinden. Eine moderne Form der Schwarzarbeit!

Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (30. Oktober) wies der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, auf diese Zusammenhänge hin. „Wenn sich jemand auf dem Portal Airbnb registriert, tut der Betreffende kund, dass er ins Vermietungsgeschäft einsteigen will“, so Eigenthaler. „Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind aber steuerpflichtig“, lautet die Botschaft des Gewerkschaftschefs und langjährigen Steuerexperten.

Dies gelte auch dann, wenn es sich um eine bloße Nebentätigkeit handele. In besonders intensiven Fällen, insbesondere wenn es auch um die Beigabe von Frühstücks- und anderen Serviceleistungen gehe, müsse man auch an eine selbstständige gewerbliche Tätigkeit denken, die neben Einkommensteuer möglicherweise auch Umsatzsteuer und Gewerbesteuer auslösen könne. Eigenthaler räumte dabei ein, dass es zu dem Komplex noch keine Fachgerichtsurteile gebe, dass man sich aber in Zukunft verstärkt mit diesen Steuerfragen auseinander setzen werde. Immerhin sei es eine Form von Schwarzarbeit, wenn man gegen Geld Vermietung betreibe und diese nicht mit dem Finanzamt abkläre. In Berlin stelle sich zusätzlich die Frage einer Bettensteuer.

Eigenthaler wies gegenüber der Zeitung auch darauf hin, dass eine Überprüfung mangels Personal sehr schwierig werden dürfte. Die Finanzämter seien für diese erhebliche Mehrarbeit derzeit nicht gerüstet, da sie heute schon in bedenklicher Form unterbesetzt seien. Großflächige Überprüfungen seien vermutlich nicht angezeigt; allerdings müsse das Problem in risikoorientierter Weise mittels Internet-Suchprogrammen angegangen werden, da sonst Steuerausfälle und Wettbewerbsverzerrungen gegenüber der klassischen Hotellerie drohten. Zu diesem Zweck müsse man – ähnlich dem Phänomen Ebay – an den Einsatz von der Spezialrecherche-Software X-spider denken. Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft erinnert auch in diesem Zusammenhang daran, dass Schwarzgeschäfte keine Kavaliersdelikte sind sondern strafbare Steuerhinterziehung.

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