DSTG-Vorsitzender Eigenthaler: Banken und Kirchen müssen rasch ihren Kirchensteuer-Streit beenden

DSTG-Vorsitzender Eigenthaler
Foto: DSTG
Angesichts des anhaltenden Streits zwischen Banken und Kirchenvertretern wegen der Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge hat der DSTG-Bundesvorsitzende, Thomas Eigenthaler, in Berlin (13. August) dazu aufgerufen, den unnötigen Streit rasch zu beenden und Vernunft walten zu lassen. „Dieses Gezerre verunsichert den Steuerzahler und trägt nur die Probleme völlig unnötigerweise ins Finanzamt“, so die kritische Mahnung des Vorsitzenden der Fachgewerkschaft der Finanzverwaltung. In den Finanzämtern wisse man nicht mehr wohin mit der Arbeit und könne keine zusätzliche Arbeit wegen der Nacherhebung von Kirchensteuer gebrauchen.

Vor dem Hintergrund der Einführung von „Kistam“, des automatischen Kirchensteuerabzuges bei Kapitalerträgen ab 1. Januar 2015, wies Eigenthaler darauf hin, dass die Banken lediglich Ausführende in diesem elektronischen Verfahren seien. Der DSTG-Chef wörtlich: „Es handelt sich dabei um keine neue Steuerpflicht, sondern es wird nur das nachvollzogen, was in den Kirchensteuergesetzen schon seit Jahrzehnten gelte: nämlich der Kirchensteuerzuschlag auf alle einkommensteuerpflichtigen Einkünfte. Und dazu gehören, so Eigenthaler, auch die einkommensteuerpflichtigen Kapitalerträge. Viele dächten allerdings fälschlicherweise, es handele sich um eine neue Zusatzsteuer. Auch über deren Höhe gebe es oft Unklarheit. Der Steuersatz von 8 (Bayern, Baden-Württemberg) bzw. 9 Prozent (übrige Länder) werde auf die 25 Prozent Abgeltungssteuer angewendet, nicht auf die Kapitalerträge selbst. Bei einem Kirchensteuersatz von 8 Prozent ergebe sich also nur eine Zusatzbelastung von zwei Prozentpunkten (statt 25 dann 27 Prozent).

Der DSTG-Vorsitzende riet zudem den Kirchen, in den eigenen Reihen das Steuerthema offener und transparenter aufzugreifen. Die Kirchen verließen sich nach seiner Beobachtung all zu sehr auf die Finanzämter und die Banken und nähmen die Rolle eines schweigenden Beobachters ein, obwohl es um deren eigene Einnahmen gehe. Eigenthaler rief die Kirchenvertreter daher dazu auf, eine aktivere Rolle einzunehmen und die Kirchensteuerpflicht besser zu erklären. Aus seiner Sicht müsse man den Kirchenmitgliedern auch deutlicher machen, dass die Vorenthaltung von Kirchensteuer, auch wenn sie nicht strafbar sei, eben doch auch eine gewisse Steuerhinterziehung sei.

Abschließend appellierte der DSTG-Vorsitzende, die kirchensteuerpflichtigen Bürger nicht auch noch ins Finanzamt „zu treiben“. Das vorgesehene automatische Verfahren sei wesentlich einfacher, als mittels eines Sperrvermerkes die Dinge mit dem Finanzamt über eine Steuererklärung zu regeln. Dies bedeute, ohne Not ein aufwändiges und langwieriges behördliches Verfahren in Gang zu setzen. Banken und Kirchen müssten deshalb rasch zu einer gemeinsamen Linie der Aufklärung finden.

Artikel drucken Artikel versenden

 

Bildquellen:
Banner: rawpixel.com/shutterstock.com
Chronik Tarifkommission: Frank Radel / pixelio.de
Einkommenstabellen: Jürgen Oberguggenberger / pixelio.de
Jugend: MS / pixelio.de
Mitglieder Tarifkommission: S. Hofschlaeger / pixelio.de
Rechtsschutz: Dieter Schütz / pixelio.de
Senioren: Petra Bork / pixelio.de
Veranstaltungen (Frauen): Rainer Sturm / pixelio.de
Recht & Geschlecht: Thorben Wengert / pixelio.de