„Wir sind keine billigen Lastesel“

DSTG-Chef fordert Wertschätzung für das Steuerpersonal

Gewerkschaftstag der DSTG Saar
Foto: intern
v.l.n.r.: Rafael Zender, Julia von Oetinger-Witte, Thomas Eigenthaler, Andrea Sauer-Schnieber, Torsten Schlick
Auf dem Gewerkschaftstag der DSTG Saar in Schwalbach (18. Juli) warb der DSTG-Bundesvorsitzende Thomas Eigenthaler eindringlich um mehr Wertschätzung für die Beschäftigten in der Steuerverwaltung. „Wir holen gegen viele Widerstände die Einnahmen von Bund und Ländern herein, damit politische Gestaltung überhaupt erst möglich ist“, so Eigenthaler. „Wir müssten eigentlich in besonderem Ansehen stehen, werden aber oft wie ein billiger Lastesel behandelt“, so die Bilanz des DSTG-Chefs, der auf die besondere Ausbildung und die hohe Fachkompetenz des Personal in der Finanzverwaltungen hinwies.

Zuvor hatte die neu gewählte Landesvorsitzende Julia von Oetinger-Witte den massiven Personalabbau in der saarländischen Steuerverwaltung kritisiert. „Damit muss künftig Schluss sein“, rief die in geheimer Wahl einstimmig gewählte Finanzbeamtin den Delegierten zu. Vor dem Hintergrund eines defizitären Haushaltes, der kommenden Schuldenbremse und aufgrund des Status eines sogenannten „Haushaltsnotlagelandes“ plant das Land einen weiteren Stellenabbau von 152 Stellen, was der Größe eines mittelgroßen Finanzamtes entspricht.

Der saarländische Finanzminister Stephan Toscani (CDU) warb in seiner Rede um Unterstützung für den Anpassungsprozess und sicherte der DSTG Saar und der Personalvertretung die Einbeziehung bei organisatorischen Maßnahmen zur Kompensation der Einsparung zu. In seiner mit viel Aufmerksamkeit bedachten und argumentativ vorgetragenen Rede warb er für einen kontinuierlichen Dialog und für ein konstruktives Miteinander, um die finanzielle Zukunft des Landes zu sichern. Vor diesem Hintergrund seien, so der Finanzminister, die kommenden Verhandlungen für einen neuen Länderfinanzausgleich von zentraler Bedeutung. Er warb dafür, beim Finanzausgleich künftig mehr auf die Wirtschaftskraft vor Ort und weniger auf die Lage von Konzernspitzen mit entsprechender Steuerung von Finanzkraft zu setzen.

Mit der frisch gebackenen Landesvorsitzenden stehen derzeit bundesweit drei Frauen an der Spitze eines Landesverbandes. Die verheiratete Steuerbeamtin und Mutter zweier Söhne folgt dem Schwalbacher Matthias Bittner nach, der den Landesverband rund 14 Jahre führte und von den Delegierten einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde.

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