Zweite Stufe der Tarifeinigung tritt am 1. Januar 2018 in Kraft

Mit Wirkung vom 1. Januar 2018 tritt die zweite Stufe der Tarifeinigung vom 17. Februar 2017 in Kraft. Die Tabellenentgelte steigen ab dem 1. Januar 2018 linear um 2,35 %. Mit dem Tarifabschluss sind insbesondere folgende Strukturverbesserungen vereinbart worden, nämlich die Erhöhung des Tabellenentgelts der Stufe 4 der sogenannten „kleinen“ EG 9 und die Einführung einer neuen Stufe 6 in den EG 9 bis 15.

Regelungen für Beschäftigte in der sogenannten „kleinen“ EG 9

Beschäftigte in der EG 9 mit besonderen Stufenlaufzeiten erhalten nach fünfjähriger Verweildauer in der Stufe 4 ab 1. Januar 2018 ein um 53,41 Euro erhöhtes Tabellenentgelt; die sogenannte „kleine“ EG 9, Stufe 4 ist die Endstufe.

Zum 1. Oktober 2018 wird der Stufenbetrag erneut um 53,40 Euro angehoben. Somit entspricht die Steigerung des Stufenbetrages im Jahr 2018 insgesamt 106,81 Euro. Für die erforderliche Verweildauer wird die bis zum 31. Dezember 2017 in Stufe 4 oder einer individuellen Endstufe (Stufe 4+) verbrachte Zeit angerechnet. Mit diesen Regelungen wird in der sogenannten „kleinen“ EG 9 keine neue Stufe 5 eingeführt.

Beschäftigten, die in dieser EG der individuellen Endstufe 4+ zugeordnet sind, wird der Unterschiedsbetrag zwischen ihrem bisherigen, um 2,35 % erhöhten individuellen Tabellenentgelt und dem „erhöhten Tabellenentgelt“ gezahlt.

Beispiel für den Zugewinn in der EG 9 Stufe 4 ab dem Jahr 2016 (PDF)

Regelungen für Beschäftigte in den Entgeltgruppen 9 bis 15

In den EG 9 bis 15 wird ab dem 1. Januar 2018 eine neue Stufe 6 eingeführt. Der neue Stufenbetrag wird gegenüber der Stufe 5 der jeweiligen EG zum 1. Januar 2018 um 1,5 Prozent erhöht. Eine weitere Erhöhung um 1,5 Prozent erfolgt ab dem 1. Oktober 2018. Die neue Stufe 6 weist ab dem 1. Oktober 2018 gegenüber der jeweiligen Stufe 5 ein um 3,0 Prozent erhöhtes Tabellenentgelt aus.

Beschäftigte, die am 31. Dezember 2017 bereits seit mindestens fünf Jahren in der Stufe 5 oder in einer individuellen Endstufe (Stufe 5+) ihrer Entgeltgruppe sind, steigen automatisch in die Stufe 6 ihrer Entgeltgruppe auf. Beschäftigten, die die Verweildauer von fünf Jahren in der Stufe 5 ihrer Entgeltgruppe noch nicht zurückgelegt habe, steigen in die neue Stufe 6 auf, nachdem sie fünf Jahre in der Stufe 5 zurückgelegt haben.

Beschäftigte in der individuellen Stufe 5+ werden nur dann der neuen Stufe 6 zugeordnet, wenn am 1. Januar 2018 der erhöhte Betrag der individuellen Endstufe nicht höher ist als der Betrag der neuen Stufe 6. Ist der Betrag der neuen Stufe 6 niedriger als die jetzige individuelle Endstufe, werden die Beschäftigten erneut in eine individuelle Endstufe der Stufe 6 (Stufe 6+) mit dem unveränderten Betrag ihrer bisherigen individuellen Endstufe übergeleitet.

Es tritt auf keinen Fall ein finanzieller Verlust ein. Keine Nachteile ergeben sich bei einer evtl. späteren Höhergruppierung. Nach § 17 Abs. 4 Satz 1 TV-L ist das jeweils aktuelle Tabellenentgelt Ausgangspunkt für die Stufenzuordnung in der höheren Entgeltgruppe.

Beschäftigte, die im Jahr 2006 aus dem BAT/BAT-O in den TV-L übergeleitetet wurden und noch Strukturausgleichszahlungen erhalten, wird der Zugewinn aus dem erhöhten Tabellenentgelt der Stufe 4 der „kleinen“ EG 9 oder aus der Einführung der neuen Stufe 6 wie bei einer Höhergruppierung auf den Strukturausgleich angerechnet. Je nach Höhe des Zugewinns durch das erhöhte Tabellenentgelt vermindert sich der Strukturausgleich oder entfällt gänzlich; eine Verminderung des bisherigen Gesamteinkommens ist ausgeschlossen.

 

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