18. Steuer-Gewerkschaftstag in Hannover

DSTG fordert eine höhere Eingangsbesoldung der Beschäftigten

18. Steuer-Gewerkschaftstag: Klares Plädoyer für mehr Steuergerechtigkeit
Fotos: Friedhelm Windmüller
„Mit einer Einstufung von Berufsanfängern bei der Bezahlung wie vor 40 Jahren werden wir den Kampf um guten Nachwuchs verlieren.“ Mit dieser Botschaft warb der wiedergewählte DSTG-Bundesvorsitzende Thomas Eigenthaler, die Anstrengungen um die Nachwuchsgewinnung deutlich zu forcieren. Es drohe angesichts riesiger Altersabgänge ein Kollaps in den deutschen Finanzämtern, der die Funktionsfähigkeit bedrohe.

In einer öffentlichen Veranstaltung anlässlich des 18. Steuer-Gewerkschaftstags in Hannover (21. Juni) legte der alte und neue DSTG-Chef zudem ein klares Bekenntnis zu mehr Steuergerechtigkeit ab. Missständen in der Steuerpolitik und im Steuervollzug müsse endlich Einhalt geboten werden, so sein Credo unter lautem Applaus der Delegierten und Gäste. In einer kämpferischen Rede hob er die Funktion der DSTG als Sprachrohr der Beschäftigten der Finanzverwaltung hervor.

Im weiteren Verlauf kam es zu einer viel beachteten Rede des Hessischen Ministers der Finanzen Dr. Thomas Schäfer in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Finanzministerkonferenz sowie zu einem spannenden Vortrag des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Prof. Marcel Fratzscher. Grußworte sowie den Dank an die DSTG als einflussreiche Mitgliedsgewerkschaft im Deutschen Beamtenbund und Tarifunion überbrachte deren Bundesvorsitzender Klaus Dauderstädt. Ein Grußwort hielt ferner die Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover Regine Kramarek, die die besonderen Vorzüge der Landeshauptstadt Hannover aber auch den Wert einer gut funktionierenden Finanzverwaltung hervor hob.

Namens der neuen DSTG-Bundesleitung begrüßte Eigenthaler die rund 400 Delegierte und Gäste, darunter zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Verbänden. In Hannover sei nicht nur fachliche Kompetenz, sondern das gebündelte „gute Steuer-Gewissen“ versammelt, so der DSTG-Bundesvorsitzende. Der ehrliche Steuerzahler sei der natürliche Verbündete der DSTG. Kriminelle Steuerhinterzieher müssten jedoch konsequent verfolgt werden, so Eigenthaler in mahnenden Worten. Auch Steuerflucht müsse viel energischer angegangen werden, weil sie den Wettbewerb zwischen den Unternehmen auf unredliche Weise verzerre.

Eigenthaler verwies auf die Unverzichtbarkeit des Berufsstandes. „Ohne Moos ist bekanntlich nichts los“, so Eigenthaler unter dem lauten Beifall der Zuhörer. Oft genug entstehe der Eindruck, dass Wertschätzung nicht diejenigen erfahren, die die Steuern hereinholen, sondern die, die das Geld wieder ausgeben. Die Beschäftigten litten darunter, dass sie um jede Stelle, um jede Beförderung, um jeden Euro zusätzlich kämpfen müssen. Oft genug müssten die Gerichte bemüht werden, um eine amtsangemessene Bezahlung zu erreichen.

„So unverzichtbar wie die Polizei für innere Sicherheit ist, so unverzichtbar ist das Finanzpersonal für die gerechte und vollständige Einnahmeerhebung“, lautete die Botschaft des DSTG-Chefs. Das Motto des 18. Steuer-Gewerkschaftstages sei ein Motto der Ehre und des Anstandes und werde für die Arbeit in der DSTG in den nächsten fünf Jahren motivieren. Ausführliche Berichte folgen. Umfassend dokumentieren wir den 18. Steuer-Gewerkschaftstag in der Juli-/August-Ausgabe 2017 des DSTG magazins.

 

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