dbb-Branchentag in Gelnhausen: „Die Beschäftigten nicht mit Brosamen abspeisen!“

dbb-Branchentag in Gelnhausen
Fotos: Friedhelm Windmüller
Beim dbb-Branchentag in Gelnhausen haben die Beschäftigten im Dialog mit Spitzenvertretern von dbb und DSTG hohe Erwartungen an die Einkommensrunde 2017 zum Ausdruck gebracht. DSTG-Chef und dbb-Vize Thomas Eigenthaler und der DSTG-Vize im Bund Karl-Heinz Leverkus, der stellvertretender Vorsitzender der dbb-Bundestarifkommission ist, stellten klar, dass am Ende der Verhandlungen ein kräftiges Einkommensplus stehen muss. In erster Linie gehe es um Wertschätzung der Beschäftigten. Nicht nur die Tarifbeschäftigten, auch die Beamtinnen und Beamten müssten anständig behandelt werden. Alles andere seien Motivationskiller.

Der Vorsitzende der DSTG Hessen und DSTG-Bundesvize Michael Volz stimmte auf die gut besuchte Veranstaltung ein und moderierte eine lebhafte Diskussion mit vielen Wortmeldungen. Die Meinung der Basis müsse Widerhall nach außen, aber auch nach innen finden. Mitbestimmung sei gefragt, betonte Volz.

Eigenthaler forderte, der Politik im Vorfeld der Einkommensrunde die Leviten zu lesen. An Ministerpräsident Volker Bouffier appellierte er, den hessischen Sonderweg aufzugeben und in die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) zurückzukehren. In der Wirtschaft könne es sich kein Unternehmen leisten, die Belegschaften zu verprellen, so Eigenthaler weiter. Auch in der Finanzverwaltung seien die Beschäftigten immensen Belastungen ausgesetzt und hätten Anspruch auf Teilhabe an der allgemeinen Einkommensentwicklung. Unter dem Beifall der Beschäftigten erklärte er: „In einem reichen Land wie Hessen, in dem im Bankenbereich Boni gezahlt werden und Cum-ex-Geschäfte milliardenschwere Verluste bescheren, knausert der Arbeitgeber. Hessen, so nicht!“

Leverkus verdeutlichte Sinn und Zweck der dbb-Branchentage. Vor den Verhandlungen wollten die Arbeitnehmervertreter bei den Kolleginnen und Kollegen vor Ort erfahren, wo der Schuh drückt. Wörtlich äußerte er: „Eines fehlt generell, nämlich die Wertschätzung der Beschäftigten durch den Arbeitgeber. Die Forderung, die am 14. Dezember aufgestellt wird, muss in die Länder transportiert werden. Was in Potsdam verhandelt wird, muss auch in Wiesbaden und anderen Landeshauptstädten nachgezeichnet werden!“ Es gehe nicht allein um lineare Einkommensforderungen, unterstrich Leverkus. Der Tarifvertrag der Länder (TVL) sei überholt. Auch seien die Eingruppierungsregelungen nicht mehr aktuell. Wenn diese Fragen nicht endlich angegangen würden, werde es immer schwerer, qualifizierten Nachwuchs für die Finanzverwaltung zu gewinnen.

Eigenthaler und Leverkus kündigten bundesweite Aktionen an. Klar müsse auch sein, dass es sich nicht allein um eine Tarif-, sondern um eine Einkommensrunde handelt, die erst abgeschlossen ist, wenn das Ergebnis auf den Beamtenbereich zeit- und inhaltsgleich übertragen wird. Abschließend erklärte Eigenthaler: „Das Finanzpersonal will nicht als Almosenempfänger behandelt werden und mit Brosamen abgespeist werden!“

Hintergründe und weitere Informaitonen auf www.dbb.de/einkommensrunde-2017

 

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